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Wir über uns

 

Unsere Bruderschaft wurde im Jahre 1855 gegründet. Ungeklärt ist eine historische Nachfolgeschaft der Sebastianus- Bruderschaft, die in einer Kirchenrechnung von 1637 für Friesheim erwähnt wird.

Statuten der "Friesheimer Schützengesellschaft" vom 5.4. 1857 regeln zum ersten Mal das Vereinswesen der Friesheimer Schützen (siehe hierzu unter Statuten).
Nach zwei Weltkriegen wird auf Anraten der Militärregierung am 6. Nov. 1948 die Änderung des Vereinsnamens in St. Hubertus Gesellschaft  Friesheim als Schützenbruderschaft auf der Grundlage der Statuten von 1855/57 beschlossen (nachzulesen im Protokollbuch der Bruderschaft). Das wurde notwendig, um das Fortbestehen des Vereins zu gewährleisten.

Mit Anschluss an den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln e.V. trägt der Verein den Namen "St. Hubertus Schützenbruderschaft Friesheim". 

Historie und mehr

Hier dokumentieren wir die Namen unserer Majestäten bei den Altschützen und den Jungschützen.


Die Entstehung Friesheims

Erste Spuren menschlicher Besiedlung unserer engeren Heimat lassen sich bis in die prähistorische Zeit zurückverfolgen. Große erfolgreiche Ausgrabungen jungsteinzeitlicher Lagerplätze gab es zwischen Lommersum und Niederberg, also praktisch vor unserer Haustür. Die Funde sind dem Jungpaläolithikum zuzuordnen, welches von etwa 35.000 bis 10.000 vor Christus andauerte. Man fand Feuerstellen und Lagerstätten mit den Knochen von verzehrtem Ren, Wildpferd, Fuchs und Wolf.

Dieter Hoffsümmer

(anlässlich der 140-Jahrfeier und des Bezirksschützenfestes der Bruderschaft am 16. - 19. Juni 1995)

In der Umgebung Friesheims wurden Jahrtausende später Steinbeile sowie Waffen und Geräte gefunden, die auf eine Besiedlung um 3.000 bis 2.000 v.Chr. hinweisen.

Wenn auch nicht aus allen Zeitabschnitten Funde zu verzeichnen sind, so ist doch das Erft-/Rotbachgebiet stets besiedelt gewesen.

Im letzten Jahrtausend vor Christi Geburt wohnten hier die Kelten, ein germanischer Volksstamm.

Von Cäsar und seinen römischen Truppen wurden die Kelten (etwa ab 58 v.Chr.) besiegt und unterworfen. Die Römer richteten sich im Lande ein. Sie besiedelten das Land, bauten Häuser und Strassen. Eine Hauptverbindung zwischen Trier und Köln wurde die Römerstrasse.

Untergeordnete Straßenverbindungen führten von Niederberg oberhalb von Friesheim vorbei, und von Mülheim kommend durch die Zülpicher Strasse nach Lechenich.



Unterhalb des Judenfriedhofes produzierten römische Handwerker Töpfereiprodukte. In der Gegend des Hover Hofes bauten die Römer später, als die Zeiten unruhiger wurden, zu ihrem Schutz einen sogenannten Burgus, einen mit Holzpalisaden umwehrten Beobachtungsstand. Gegen 350 n.Chr. endete die Römerherrschaft und nun nahmen die Franken das Land in Besitz. Sie bewohnten jedoch nicht die Steinbauten der Römer, sondern siedelten meist in der Nähe der römischen Einzelhöfe und bauten ihre Fachwerkhäuser in Gruppen, die dann Dörfer bildeten. So entstand Friesheim.

Erst zur Zeit Karls des Großen gibt es wieder Nachrichten aus unserem Ort. Dass die Besiedelung auch in den dazwischen liegenden Jahrhunderten andauerte, kann man aus dem zwischen Rotbach und der Zülpicher Strasse, in der Nähe sogenannten Ölmühle (heute Stefanshof genannt) entdeckten fränkischen Reihengräbern folgern. Um 830 n.Chr. schenkte dann ein Graf Emundus seinen Ort Friesheim, dessen Besitzer er war, dem Kölner Dom. Eine Inschrift befindet sich in linken Seitenschiff des Kölner Domes. Bei dem Grafen handelte es sich um eine bedeutende Persönlichkeit, denn er war zusammen mit dem Erzbischof Hadebald sogenannter Sendgraf Kaiser Ludwigs des Frommen, eines Sohns Karls des Grossen. Mit der Schenkung seines Besitzes Friesheim gab Emundus dem Kölner Domkapitel die Möglichkeit, das gesamte Land aufzuteilen und es an viele, zum Teil bedeutende Adelige als Lehen weiterzugeben. Da Friesheim nun keinem einzelnen Ritter mehr angehörte, sondern dem Domkapitel, die Kleriker aber nicht beim weltlichen Gericht urteilen durften, setzten sie Vögte ein. Diese wurden mit der Zeit zu mächtig, so dass das Domkapitel an ihrer Stelle besoldete Schultheiße beauftragte, die nach Belieben wieder abberufen werden konnten.


Friesheim nahm in dieser Zeit eine besondere Entwicklung. Es erheilt eine Dorfbefestigung, die aus einem Graben und einer dichten Hecke bestand. Durch Tore konnte man nach außen gelangen. Die Namen der Tore leben zum Teil noch heute im Sprachgebrauch der alten Friesheimer fort. So gab es die Zülpicher- oder Hahnenpforte, die Busch- oder Bergerpforte, die Erper Pforte und die Kölner Pforte. Innerhalb der Dorfbefestigung lagen im Mittelalter wasserumwehrte Burgen oder burgähnliche, befestigte Bauernhöfe. Dazu kamen noch die außerhalb gelegenen Burgen wie die Redinghover, die Effertzburg, der Pittinger Hof und die im Felde gelegene Burg des Adelsgeschlechts von der Hoven, da, wo sich heute der Hover Hof befindet. Die Katasterkarte von 1810 zeigt noch alle Wassergräben dieser Burgen. Die Gräben wurden im Laufe der Zeit bis auf die der Weißen und der Redinghover Burg zugeschüttet.


 

Diese Dorfumwehrung war notwendig, denn Friesheim war, wie auch die benachbarten Dörfer, jahrhundertelang von kriegerischen Auseinandersetzungen, die sich vorwiegend im Raume zwischen Köln und der Eifel abspielten, betroffen. Alte Berichte geben davon Kenntnis, wie sich unsere Vorfahren in Köln um Ersatz der entstandenen Schäden bemühten. Diese Kriege dauerten bis zum Ende des Kurstaates Köln (etwa 1794) an. Immer wieder gab es Heimsuchungen für die hiesige Bevölkerung, sei es, dass die Häuser zerstört wurden, dass es Verluste an Menschen und Vieh gab oder dass es zu vielen Einquartierungen kam, bei denen die Offiziere und Mannschaften mit Essen und Getränken, die Pferde mit Futter versorgt werden mussten. Die Klagen über diese Drangsale füllen ganze Akten in den Archiven. Zunächst wurde man in die Auseinandersetzungen der Kölner Erzbischöfe mit den Grafen von Jülich, die in Nideggen regierten, hineingezogen, denn die Kämpfe fanden vorwiegend in unserer näheren Umgebung statt. Aber auch im sog. Erbfolgestreit um die Grafschaft Limburg in Holland, der von 1280 bis 1288 andauerte, wurde Friesheim in Brand gesetzt.

1391 wurde unser Ort durch den Grafen Engelbert von der Mark im Krieg mit dem Erzbischof Friedrich von Saarwerden verwüstet. Hier sind Winmar und Engelbrecht von Vrysheim nachrichtlich erwähnt, wie sie "Mannen von Bürgermeister und Rat der Stadt Köln" werden.

1428 verliert der Friesheimer Johann Neumarkt im Krieg sein Pferd und wird, damit der Schaden ausgeglichen wird, deshalb Bürger der Stadt Köln.

In den Reformationswirren des 16. Jahrhunderts wird der zum Protestantismus übergetretene Erzbischof Truchsess von Waldburg aus dem Amt entfernt, was den sog. Kölnischen Krieg auslöste. Truppen des Truchsess kamen nach Friesheim und nahmen Vieh und Lebensmittel als Beute mit.

Hermann Weinsberg, Kölner Bürger und Ratsherr, der mit seinen Tagebüchern aus dieser Zeit unschätzbare authentische Schilderungen hinterließ, schreibt, dass "anno 1591 am St. Michaelstag die Freibeuter in das Dorf Vreisheim eingefallen sind, dort 17 Häuser und drei Höfe angesteckt haben. Auch hätten sie einige Leute und Töchter entführt, die sie wohl ohne Lösegeld nicht freilassen würden."



Erst zur Zeit Karls des Großen gibt es wieder Nachrichten aus unserem Ort. Dass die Besiedelung auch in den dazwischen liegenden Jahrhunderten andauerte, kann man aus dem zwischen Rotbach und der Zülpicher Strasse, in der Nähe soge. Ölmühle (heute Stefanshof genannt) entdeckten fränkischen Reihengräbern folgern. Um 830 n.Chr. schenkte dann ein Graf Emundus seinen Ort Friesheim, dessen Besitzer er war, dem Kölner Dom. Eine Inschrift befindet sich in linken Seitenschiff des Kölner Domes. Bei dem Grafen handelte es sich um eine bedeutende Persönlichkeit, denn er war zusammen mit dem Erzbischof Hadebald sogenannter Sendgraf Kaiser Ludwigs des Frommen, eines Sohns Karls des Grossen. Mit der Schenkung seines Besitzes Friesheim gab Emundus dem Kölner Domkapitel die Möglichkeit, das gesamte Land aufzuteilen und es an viele, zum Teil bedeutende Adelige als Lehen weiterzugeben. Da Friesheim nun keinem einzelnen Ritter mehr angehörte, sondern dem Domkapitel, die Kleriker aber nicht beim weltlichen Gericht urteilen durften, setzten sie Vögte ein. Diese wurden mit der Zeit zu mächtig, so dass das Domkapitel an ihrer Stelle besoldete Schultheiße beauftragte, die nach Belieben wieder abberufen werden konnten.



Friesheim nahm in dieser Zeit eine besondere Entwicklung. Es erheilt eine Dorfbefestigung, die aus einem Graben und einer dichten Hecke bestand. Durch Tore konnte man nach außen gelangen. Die Namen der Tore leben zum Teil noch heute im Sprachgebrauch der alten Friesheimer fort. So gab es die Zülpicher- oder Hahnenpforte, die Busch- oder Bergerpforte, die Erper Pforte und die Kölner Pforte. Innerhalb der Dorfbefestigung lagen im Mittelalter wasserumwehrte Burgen oder burgähnliche, befestigte Bauernhöfe. Dazu kamen noch die außerhalb gelegenen Burgen wie die Redinghover, die Effertzburg, der Pittinger Hof und die im Felde gelegene Burg des Adelsgeschlechts von der Hoven, da, wo sich heute der Hover Hof befindet. Die Katasterkarte von 1810 zeigt noch alle Wassergräben dieser Burgen. Die Gräben wurden im Laufe der Zeit bis auf die der Weißen und der Redinghover Burg zugeschüttet.


 

Diese Dorfumwehrung war notwendig, denn Friesheim war, wie auch die benachbarten Dörfer, jahrhundertelang von kriegerischen Auseinandersetzungen, die sich vorwiegend im Raume zwischen Köln und der Eifel abspielten, betroffen. Alte Berichte geben davon Kenntnis, wie sich unsere Vorfahren in Köln um Ersatz der entstandenen Schäden bemühten. Diese Kriege dauerten bis zum Ende des Kurstaates Köln (etwa 1794) an. Immer wieder gab es Heimsuchungen für die hiesige Bevölkerung, sei es, dass die Häuser zerstört wurden, dass es Verluste an Menschen und Vieh gab oder dass es zu vielen Einquartierungen kam, bei denen die Offiziere und Mannschaften mit Essen und Getränken, die Pferde mit Futter versorgt werden mussten. Die Klagen über diese Drangsale füllen ganze Akten in den Archiven. Zunächst wurde man in die Auseinandersetzungen der Kölner Erzbischöfe mit den Grafen von Jülich, die in Nideggen regierten, hineingezogen, denn die Kämpfe fanden vorwiegend in unserer näheren Umgebung statt. Aber auch im sog. Erbfolgestreit um die Grafschaft Limburg in Holland, der von 1280 bis 1288 andauerte, wurde Friesheim in Brand gesetzt.

1391 wurde unser Ort durch den Grafen Engelbert von der Mark im Krieg mit dem Erzbischof Friedrich von Saarwerden verwüstet. Hier sind Winmar und Engelbrecht von Vrysheim nachrichtlich erwähnt, wie sie "Mannen von Bürgermeister und Rat der Stadt Köln" werden.

1428 verliert der Friesheimer Johann Neumarkt im Krieg sein Pferd und wird, damit der Schaden ausgeglichen wird, deshalb Bürger der Stadt Köln.

In den Reformationswirren des 16. Jahrhunderts wird der zum Protestantismus übergetretene Erzbischof Truchsess von Waldburg aus dem Amt entfernt, was den sog. Kölnischen Krieg auslöste. Truppen des Truchsess kamen nach Friesheim und nahmen Vieh und Lebensmittel als Beute mit.

Hermann Weinsberg, Kölner Bürger und Ratsherr, der mit seinen Tagebüchern aus dieser Zeit unschätzbare authentische Schilderungen hinterließ, schreibt, dass "anno 1591 am St. Michaelstag die Freibeuter in das Dorf Vreisheim eingefallen sind, dort 17 Häuser und drei Höfe angesteckt haben. Auch hätten sie einige Leute und Töchter entführt, die sie wohl ohne Lösegeld nicht freilassen würden."

Es begann die Zeit der Verbesserungen der Lebensverhältnisse und der Infrastruktur als Anpassung an die Erfordernisse der modernen Zeit. Das Schulwesen wurde verbessert und 1835 ein neues Schulgebäude am Markplatz errichtet, in dem sich auch die Amtsstube des Bürgermeisters befand. Erst 1874 zog die Verwaltung in das neue Amtsgebäude am Kreuzberg um. 1864 wurde die Neuss-Derkumer Chaussee gebaut, die durch Friesheim führte. Dem schloss sich 1883 der Bau der Strasse von Friesheim nach Erp an. Dadurch wurden auch Brückenneubauten erforderlich. 1889 wurde eine steinerne Brücke an der Weißen Burg gebaut. 1892 erhielt der Ort die ersten sieben Laternen.

Mit dem Bau der Kreisbahn im Jahre 1895, mit der eine Verbindung von Euskirchen nach Liblar geschaffen wurde, waren die Zentren, wie auch Köln, nähergerückt.

1904 bezog man Wasser nicht mehr aus den sogenannten Pützen oder Brunnen im Dorf, sondern über eine moderne Wasserleitung aus Brühl.

1927 baute die Gemeinde ein eigenes Pumpwerk in den Dämmen am Sportplatz. 1911 bis 1913 führte man eine erste Zusammenlegung der Ackergrundstücke durch.


 

Die jahrhundertealte Kirche erwies sich im Laufe der Zeit als zu klein und konnte nicht mehr alle Gläubigen aufnehmen. Zwischenzeitliche Anbauten und Renovierungen hatten das Problem der zu geringen Größe nicht aus der Welt geschafft. Nachdem auch noch die Baufälligkeit des Kirchturms festgestellt wurde, begann die Gemeinde mit dem Neubau der heutigen Kirche an der Stelle, wo auch die alte gestanden hatte. Am 13. Mai 1877 war die Grundsteinlegung. Der Rohbau wurde unter Verwendung selbstgebrannter Feldbrandsteine in kurzer Zeit errichtet, so dass am 10. Februar 1878 schon der erste Gottesdienst abgehalten werden konnte. Am 11. November 1878 wurde der Bau der Gemeinde übergeben, allerdings erst amt 13. Mai 1887 feierlich eingeweiht. Aus der alten Kirche wurden drei Glocken - sie stammen alle aus dem 15. Jahrhundert - und der im 12. Jahrhundert angefertigte Taufstein aus Namurer Blaustein in die neue Kirche übertragen.


 


Die Bewohner Friesheims lebten nach wie vor überwiegend von der Landwirtschaft. Daneben bildete das Handwerk Grundlage für den Broterwerb. Zunehmend mehr Männer arbeiteten in Liblar im Braunkohletagebau oder verdienten bei der Westdeutschen Maschinenfabrik ihren Lebensunterhalt.

Es kam der Erste Weltkrieg mit seinen schrecklichen Folgen. Das Dorf selbst wurde nicht in das Kriegsgeschehen verwickelt. Auf den Schlachtfeldern Europas ließen jedoch über 40 junge Männer aus Friesheim ihr Leben. Die Gemeinde errichtete den Gefallenen ein Denkmal am Rotbach. Es wurde 1923 eingeweiht. Mit dem verlorenen Krieg war auch das Kaiserreich zu Ende gegangen. Es folgte die Zeit der Weimarer Republik mit der Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, von der auch Friesheim betroffen war.

1933 begann sich die zweite Weltkatastrophe abzuzeichnen. Das sogenannte Dritte Reich stand an seinem Anfang. Die NSDAP übernahm die Macht. Auch bei uns gab es Ortsgruppen-, Zellen-, Propaganda- und alle anderen möglichen -leiter. JH, BDM, Bauernschaft, DJK, auch in Friesheim waren sie vertreten. Es gab Maiumzüge, die Reichskristallnacht, den Abtransport von jüdischen Mitbürgern in die Vernichtungslager. Der zweite Weltkrieg machte auch vor Friesheim nicht halt. Im November 1944 trafen Bomben alliierter Flieger das Dorf, töteten und verletzten Menschen, beschädigten Wohnhäuser und zerstörten die Weiße Burg, die danach nie wieder vollständig aufgebaut wurde. Ohne Gefahr für Leib und Leben konnte man nicht mehr Landstrassen befahren und die Arbeit auf den Feldern verrichten. Ständig mussten alle auf der Hut vor Tieffliegern sein. Täglich gab es Fliegeralarm und man hörte die großen Bomberschwärme nach Köln ziehen, wo sie ihre tödlich Last abluden. Der Ort wurde Anfang März 1945 von den Amerikanern, die auf keinen nennenswerten Widerstand stießen, eingenommen. Abziehende deutsche Soldaten hatten vorher die beiden großen Rotbachbrücken gesprengt.

Im August 1945 wurde das Land Nordrhein-Westfalen gegründet. Danach erhielt Friesheim sehr bald seine Selbständigkeit zurück. Die Zugehörigkeit zu Lechenich dauerte nicht lange. Wiederum bildete man zusammen mit Niederberg und Borr ein Amt. Alle Städte und Gemeinden, die der britischen Besatzungszone angehörten, erhielten nun eine sog. Doppelspitze, d.h. einen Bürgermeister, der dem Rat vorstand und die politischen Beschlüsse herbeiführte und einen Amts-/Gemeindedirektor, der die Verwaltung leitete. Zunächst wurden die vielen Evakuierten und Flüchtlinge untergebracht. Dann ging man an die Beseitigung der Kriegsschäden. Die beiden zerstörten Rotbachbrücken wurden instand gesetzt.

Die Friesheimer gründeten ihre Vereine neu und begann wieder Schützenfeste zu feiern und Fußball zu spielen. Neben den "Dämmen" wurde ein neuer Rasensportplatz angelegt. Das Leben nahm wieder seinen normalen Lauf.



Mit der Umstrukturierung der Bevölkerung ging gleichzeitig eine Veränderung des Erwerbsverhaltens der Einwohner einher. Während sich die Familien früher fast ausschließlich aus der Landwirtschaft ernährten, gingen nun immer mehr einer Tätigkeit als Angestellter oder Arbeiter in den großen Betrieben des Umlandes nach. Auch die Erwerbstätigkeit der Frauen nahm rapide zu. Zunächst suchte man seine Arbeit noch in Lechenich oder Euskirchen, weil diese Städte mit der Kreisbahn leicht zu erreichen waren. Aber immer mehr wechselten nach Köln und in die Industrielandschaft, die sich um Knapsack gebildet hatte. Enormen Einfluss hierauf hatte die immer größer werdende Zahl von Friesheimern, die sich infolge des zunehmenden Wohlstandes ein eigenes Kraftfahrzeug erlauben konnten. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe zurück. Viele der früher selbständigen Bauern wurden zu sogenannten Nebenerwerbslandwirten, die einem Beruf nachgingen und danach ihre Äcker bearbeiteten. Heute sind nur noch unter acht Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Die Gemeinde stellte 50 Morgen Land für Bauwillige zur Verfügung, und Friesheims Entwicklung zur Wohngemeinde setzte ein. In mehreren Phasen wurden Wohnhäuser im Bereich dieses neuen Siedlungsareals gebaut. Daneben vergrößerte sich der mit "Nippes" bezeichnete, im Süden des Dorfes gelegene kleine Wohnbereich ständig. Aber auch im Zentrum des Dorfes wurden die Rotbachstrasse bebaut und andere Baulücken geschlossen. Nacheinander erhielten die alten Dorfstrassen eine neue Asphaltdecke. Auf den Friedhof baute man eine Leichenhalle. Damit endeten die jahrhundertealten Begräbniszüge, bei denen die Särge durch die Strassen zum Friedhof getragen wurden.

Da infolge der Bevölkerungszunahme die alte Schule nicht mehr ausreichte, baute man eine neue moderne Schule mit mehr Klassenräumen, Fachräumen, einem größeren Schulhof und einer Turnhalle. Dazu kam ein kleiner Sportplatz mit Laufbahn.

In dieser Zeit der Entwicklung zum modernen Dorf kamen die Pläne der Landesregierung, die vielen kleine Verwaltungseinheiten zu wenigen größeren zusammenzufassen. Das Bemühen der meisten Dörfer, ihre Selbständigkeit nicht aufzugeben, scheiterte fast ausnahmslos. Auch Friesheim versuchte, mit anderen umliegenden Dörfern, wie z.B. Erp, zusammenzugehen. Die Anstrengungen waren vergeblich. Mit Wirkung vom 1. Juli 1969 wurde der Ort der neuen Stadt mit dem Kunstnamen Erftstadt per Gesetz einverleibt. Diese entstand aus vier Ämtern, mit dreizehn Bürgermeistereien, bzw. aus 19 Einzelorten, von denen nach kurzer Zeit drei (Pingsheim, Rath, Wissersheim) an die Gemeinde Nörvenich abgetreten wurden. Im Rat der Stadt Erftstadt wird Friesheim nun von mehreren Stadtverordneten vertreten. Den Kontakt zur Verwaltung hält der Ortsvorsteher, der gleichzeitig auch Ansprech-partner der Bürger ist.

Friesheim zählt zu den kleineren Orten Erftstadts.




Die Zeiten haben sich geändert und die Lebensweisen auch. Die kleinen Läden an der Ecke sind verschwunden und damit auch viele Kommunikationsmöglichkeiten. Es gibt bereits keine Metzgerei mehr im Ort. Fleisch, zum Teil auch Brot, werden angeliefert und im Supermarkt verkauft. Bekleidung und anderes wird im Umland, wie in Euskirchen, Hürth oder Köln gekauft.

Die Grundschule wurde nach Erp verlegt, dafür erhielt der Ort eine Sonderschule. Alle Schüler, die nach dem vierten Schuljahr eine weiterführende Schule besuchen müssen, fahren nach Lechenich. Die Mineralölgesellschaften sparen, somit wurden die beiden Tankstellen geschlossen. Die großen Dorffeste, wie Schützenfest und Kirmes, gibt es noch, sie können aber ihre frühere Resonanz nicht mehr erreichen. Dafür entstanden das Pfarrfest, das Musikfest und andere mehr oder minder regelmäßig stattfindende Veranstaltungen.

Im Sportverein lösten Tennis und Tischtennis das frührer bedeutendere Fußballspiel ab.

Den Pastor teilt man sich nun mit Niederberg und Borr. Die Fronleichnamsprozession nimmt nun einen neuen Weg. Die Gläubigen aus den drei Orten treffen sich zwischen Niederberg und Borr auf dem Hof der Familie Bönsch zur gemeinsamen Messe. Nur alle drei Jahre noch geht die Prozession in altgewohnter Weise durch das Dorf. So enden alte Traditionen.

Dieser kleine Streifzug durch die Geschichte unseres Ortes kann auf den wenigen zur Verfügung stehenden Seiten nur unvollständig berichten. Aber vielleicht ist er doch geeignet, den alten und neuen Friesheimern zu zeigen, welch eine interessante Vergangenheit unser Ort aufweisen kann.